Wahnsinn regiert den Alltag

Wahnsinn regiert den Alltag

Ihr Lieben, lasst Euch den Text auf der Zunge zergehen und schmunzelt, denn dafür ist der Text gedacht. Jede Mama kennt solche beknackten Tage, an denen nichts so will, wie man selbst. Und auch diese Tage gehören zum Kinderwahnsinn dazu. Der nächste Tag sieht meist besser aus und man kann die Welt mit anderen Augen betrachten.

Eigentlich darf ich mich gar nicht beschweren, möchte ich auch gar nicht. Aber kennt ihr das? Ihr seid seit morgens auf den Beinen. Kocht drei mal warm an dem Tag, weil das Kind dies und das nicht möchte. Ihr kocht also, spielt und dann sind ja in unserem Fall noch vier Katzen da. Diese möchten gefüttert, bespaßt werden und das Katzenklo reinigt sich auch nicht von selbst. Dann wird das Wohnzimmer zum Spielzimmer und um dem Ganzen noch eins draufzusetzen tritt man auf ein Spielzeugauto und hat das Gefühl, der Fuß sei nun nicht mehr der Eigene. Naja, um ehrlich zu sein ist das ja Alltag und es wird so auch nie langweilig, doch manchmal – ja manchmal möchte ich am liebsten schreiend davor wegrennen. Es ist einer dieser Tage, an denen man nicht gut geschlafen hat. Vielleicht hat das Kind einem die ganze Nacht Kopfnüsse verpasst oder der liebe Göttergatte hat die ganze Nacht geschnarcht. Wenn man dann morgens aufsteht, will man sich eigentlich direkt umdrehen und ins Bett zurückkehren. Dort ist es warm. Vielleicht sieht mich keiner, wenn ich mich unter der Decke verstecke und tot stelle?

Und dann kommt das Kind, äußerst gut gelaunt – leider nicht! Meist ist es doch dann so, dass das Kind dann auch keine Laune hat. „Was möchtest du frühstücken mein Schatz?“ – Hunger ist die Antwort. Ah stimmt, ich habe vergessen, dass eine Mama ja auch hellseherische Fähigkeiten bei der Geburt erhält. Da ich aber nach zweieinhalb Jahren immer noch nicht weiß, wie ich diese einsetzen muss, bleibt mir nichts anderes übrig als dem Kind den gesamten Inhalt des Kühlschranks aufzusagen. Also rattere ich das Gedicht „die Ode an den Kühlschrank“ runter. Und ja tatsächlich, das Kind findet etwas. Es soll Würstchen mit Rührei geben. Somit stellt sich Mama in die Küche und bereitet das Frühstück vor. Nun glaubt man, den ersten Abschnitt des Tages erreicht zu haben. Aber Moment – „Mama, falscher Teller“ oh nein! Liebe Mama, wie konntest du es dir anmaßen, dein Kind nicht nach dem Wunschteller zu fragen? Schlussendlich liegen die Würstchen auf dem Busteller und das Rührei auf dem Peppateller. Jetzt aber erstmal einen Kaffee….oder doch nicht?

„MAMAAAA kaputt“ schreit es aus dem Esszimmer. Gut, der Kaffee muss dann wohl noch warten. Im Esszimmer angekommen sieht man das Kind schreiend mit zwei Wursthälften in der Hand. Die Welt ist im Moment am untergehen. Also setze ich mich neben mein Kind und versuche ihm zu erklären, die Wurst sei nicht kaputt. Im Gegenteil, er hat doch jetzt mehr Würstchen. Ich bin fies, aber manchmal benötigt man nun mal Notlügen, um durch den Alltag zu kommen. Meine Schwester erzählte mir kürzlich, ihr Sohn (13) sei zu ihr gekommen und hätte gemeint, er findet es im Nachhinein ziemlich gemein, dass sie früher gelogen hat und gesagt hat, sie könne durch Wände schauen. Diesen Tipp werde ich mir auf jeden Fall merken – wer weiß für was er noch gut ist!

So also endlich Kaffee trinken und versuchen, optimistisch in den Tag zu starten. Es verläuft auch ganz gut, mein Sohn spielt während ich die Küche wieder auf Vordermann bringe. Dann schnappe ich mir den Staubsauger und flitze durch die Wohnung. Habe ich schon einmal erwähnt, wie vernarrt mein Sohn in Staubsauger ist? Also kommt er zu mir gerannt und möchte mitsaugen – darf er natürlich. Doch plötzlich ist der Staubsauger aus. Ich drehe mich um und höre wie er kichernd davon rennt. Eine kurze Info zu der Story. Bei Bobo Siebenschläfer gibt es die Folge „der Popoexpress“. Diese Folge wird hier sehr geliebt. Die Mama putzt mit Bobo die ganze Wohnung und Bobo macht sich einen Spaß draus und schaltet immer wieder den Staubsauger aus. In so einer Serie mag das ja auch ganz witzig sein, aber wenn Mama noch arbeiten muss und der Tag heute sowieso nichts für schwache Nerven ist, will man Bobo am liebsten verfluchen. Also spiele ich mit und frage, wer denn den Staubsauger ausgemacht hat. Doch Mamis nach dem zehnten Mal will man, dass der Staubsauger saugt und so muss mein kleiner Bobo auch mal ein Nein akzeptieren.

Auf der Arbeit fühlt es sich erstmal an wie Urlaub. Nach der Elternzeit grauste es mir davor, arbeiten zu gehen und mein Baby wegzugeben. Doch nun herrscht „Terrible Two“ und wie der Name schon sagt ist man auch mal froh, Erwachsene Menschen zu sehen. Wobei sich diese ja manchmal auch wie kleine Kinder verhalten können. Nun gut, das sei ein anderes Thema!

Nach der Arbeit heißt es also, Kind abholen und heim fahren. Frisch gestärkt und motiviert. Der zweite Tagesabschnitt soll nun besser laufen. Noch schnell ein paar Snacks zusammenstellen und los geht’s auf den Spielplatz. Am Spielplatz angekommen dann der Schreck. „MAMAAAA falsche Schaufel“ Super, da hat die Mama von den zehn Schaufeln leider die Falsche gegriffen. Also merke: Immer das Kind aussuchen lassen! Somit nochmal zurück und die richtige Schaufel geholt. Gott sei dank – es herrscht Ruhe. Das Kind spielt und ist glücklich. Also ist die Mama das auch.

Daheim wieder angekommen wird das Abendessen vorbereitet, Wäsche gewaschen und der Mann trudelt von der Arbeit ein. Juhuuu der Papa. Ja Väter sind schon ein tolles Gimmick! Sie kommen heim und das Kind rennt voller Freude in die Arme und freut sich, dass es ENDLICH jemanden gibt, der sich mit ihm beschäftigt. Mir soll’s recht sein, immerhin kann ich so in Ruhe kochen und mir ein Schlückchen Wein in der Küche gönnen. Doch plötzlich? Geschrei – „PAPAAA kaputt“ und ich erinnere mich an das Drama von heute Morgen. Doch Papa ist schlau, Papa sagt einfach „Macht nichts, wir kaufen ein neues“. Ja wunderbar, so wollen wir das! Es wird einfach alles neu gekauft. Und mit 18 kommt das Kind dann und sagt „Papa, Auto kaputt“ und will ein neues. Naja, vielleicht nicht ganz so, aber ob das der richtige Ansatz ist? Egal, es hat geholfen. Das tut es nämlich immer beim Papa – der Papa ist ein Künstler der Kinderberuhigung.

Nach dem Essen geht es ab ins Bett. Schlafanzug anziehen, Zähne putzen und hinlegen. Nun wird gekuschelt und noch eine Folge Peppa Wutz gehört. Wenn wir so weiter machen, kann ich bald als Synchronsprecher für Peppa arbeiten. Denn es sind natürlich immer die selben Folgen, die zum Einschlafen gehört werden. Vielleicht ist das meine Berufung?

Nun sind wir momentan dabei, dass das Kind alleine einschläft. 2 Stunden bei einem Kind im Bett liegen abends schlaucht ganz schön. Es klappt auch ganz gut. Mal mehr, mal weniger. Da ja heute der Tag ist, an dem alles blöd laufen soll, ist es heute mal weniger. Nachdem zehnten Mal „Mama“ rufen und dem fünfzehnten Mal zudecken, Trinken und Kuscheltier holen, herrscht Ruhe im Babyphone. Und Mama? Ist nun mittlerweile auch auf der Couch eingeschlafen und froh, dass der Tag vorbei ist.

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Dieser Beitrag hat 4 Kommentare

  1. Bianca Lienzer

    Dein Tag empfinde ich fast als angenehm. Bei uns gibts bei allem was getan oder nicht getan wird, derzeit Diskussionen mit Madame 🙈 sie spricht aber auch den ganzen Tag und schreit auch mal mit sich selbst beim Spielen 🤷🏼‍♀️ heute hat sie geweint weil der Himmel schön blau war und nicht rosa wie abends 😅
    Da freut man sich direkt auf den ersten Liebeskummer und die Pubertät 🤣

    1. Baker

      Oh nein 🙈 Mensch Mama, wieso kannst du denn nicht einfach den Himmel rosa färben, wenn das Kind es will? 😅 Man muss es mit Humor nehmen, anders kommt man denke ich nicht durch diese Phase. Viel Erfolg dir dabei ❤

  2. Sabiene

    Sehr gut! Wir wollten unseren Erstgeborenen mit 16 zur Marine schicken. Möglichst weit weg.. Da war er auch ungefähr 2 Jahre.
    Als er dann mit 20 auszog, hätten wir fast geheult 😉
    Zum Militär ging er aber nie … Gottseidank!
    LG
    Sabiene

    1. Baker

      Danke für deinen amüsanten Kommentar 🤭 na dann bin ich ja guter Dinge, dass es doch noch besser wird 😆

      Lieben Gruß Marisa

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